Lernprogramm Erlebnis Bauernhof klärt auf
Studierende erleben Landwirtschaft mit allen Sinnen

Das Angebot der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt, das Lernprogramm „Erlebnis Bauernhof“ kennenzulernen, ist seit vier Jahren fester Bestandteil des Sommersemesterplans.

16 Studierende der Studiengänge Lehramt Grundschule und Mittelschule und Nachhaltige Entwicklung sowie Geografie und Journalistik besuchten am 7. Mai 2026 im Rahmen einer Lehrerfortbildung den Erlebnisbauernhof der Familie Brems, einen Milchviehbetrieb bei Eichstätt. Bäuerin Elfriede Brems führte die Gruppe über den Hof und zeigte, was die Schülerinnen und Schüler lernen, wenn sie im Rahmen von „Erlebnis Bauernhof“ auf den landwirtschaftlichen Betrieb kommen.

Landwirtschaft aktiv erleben

Eine Gruppe von Leuten steht in einem KuhstallZoombild vorhanden

Offenlaufstall

„Wie erkennt man, ob es einer Kuh gut geht? Was bereitet der Bäuerin am meisten Freude und was bereitet ihr am meisten Sorgen? Wie hat sich der Milchpreis im Laufe der Jahre entwickelt?“ Drei Stunden nahm sich Betriebsleiterin Elfriede Brems Zeit, Fragen zur Tiergesundheit, Haltung und Milchpreisentwicklung zu beantworten. Sie machte den Alltag der Landwirtschaft für die Studentinnen und Studenten greifbar und erklärte, wie Schulklassen Landwirtschaft mit allen Sinnen erfahren können.

Der Stall – Jede Kuh hat einen Namen

Kühe in einem StallZoombild vorhanden

Milchkühe

Auf dem Hof bewirtschaftet die Familie Brems rund 100 Hektar Ackerfläche und hält etwa 130 Milchkühe in einem Offenlaufstall, wo der Hofrundgang begann. Auf die Eingangsfrage „Was fällt euch auf?“ bekam Brems viele Rückmeldungen. Ohrmarken, Kühe, nummerierte Halsbänder, Futter und viele weitere Dinge nahmen die Gäste wahr. Die Bäuerin erläuterte, wie wichtig gesundes Futter ist. Als Anschauungsmaterial hatte Brems die einzelnen Bestandteile der Futtermischung vorbereitet: Grassilage, Maissilage, Stroh, Getreide und Mineralfutter. „Das Gras für die Silage wird dreimal im Jahr gemäht und reicht meist für das ganze Jahr“, erklärte Brems weiter. Sie klärte die Studierenden auf, dass das Gras leider eine tödliche Gefahr darstellen kann, wenn weggeworfene Dosen am Wegesrand beim Mähen ins Futter gelangen. Die Bäuerin gewährte an dieser Stelle einen Einblick in moderne Viehgesundheit mittels eines Bolus. Ein zylinderförmiger Sensor, der lebenslang im Netzmagen der Kuh verbleibt, liefert Daten zu Körpertemperatur, Krankheiten und Fresszeiten an den Computer. So wird Tiergesundheit sichtbar und messbar.
Personen stehen in einem Stall

Studierende

Eine Hand hält einen weißen zylinderförmigen Gegenstand in der Hand

Bolus

Eine Frau hält ein Getränkedose in der Hand

Getränkedose als Gefahr

Eine Frau hält ein Stück Metall in der Hand

Scharfkantiges Metallstück

Der Melkroboter – Technik trifft Alltag

Eine Frau erklärt etwas an einer MaschineZoombild vorhanden

Melkroboter

Weiter ging es zum Melkstand. Hier sind zwei Melkroboter im Dauereinsatz. Je nach Bedarf können die Kühe bis zu dreimal am Tag den Melkstand aufsuchen. Alle zwei Tage holt die Vertragsmolkerei die Milch ab, die in einem 15.000-Liter-Tank gekühlt wird. Brems erinnert an historische Dimensionen: 1983 reichte eine Tagesmilchmenge von 500 Litern (etwa 20 Kühe) aus, um mit den daraus erzielten Einnahmen, eine ganze Familie zu ernähren.

Die Nachzucht – Die Zukunft des Betriebs

Eine Mann wird von einer Kuh abgelecktZoombild vorhanden

Mit allen Sinnen

Eine weitere Station beim Rundgang war der Stall des Nachwuchses. Ein nur wenige Stunden altes Kalb erwies sich als beliebtes Fotoobjekt und das Jungvieh erhielt Streicheleinheiten, während die Bäuerin von der Nachzucht erzählte. Weibliche Kälber bleiben als Nachwuchs im Milchviehbetrieb, während männliche Tiere verkauft werden. Mit 17-18 Monaten werden die Kühe gedeckt und gehen nach der Geburt der Kälber in die Milchviehherde über. Die Lebensdauer einer Kuh am Hof liegt bei etwa 10–12 Jahren. Die Kühe sind das Kapital des Betriebs und bekommen bei Familie Brems volle Aufmerksamkeit: „Jede unserer Kühe liegt mir am Herzen“, betont die Bäuerin.
Eine Frau hört interessiert zu

Großes Interesse

Personen sehen sich einen großen Milchtank an

Milchtank

Personen sehen sich Kälber an

Kälber

Personen hält einen Eimer in der Hand

Nuckeleimer

Die Milch – Fakten zum Probieren

Personen hält ein kleines Einmachglas mit Milch in der HandZoombild vorhanden

Butterschütteln

Zum Abschluss des Rundgangs gab es einen Beleg dafür, wie nah Versorgungsketten sein können: Die Studierenden probierten frische Butter, die sie beim Butterschütteln selbst herstellen konnten. Brems appellierte, regional erzeugte Produkte zu bevorzugen – so würden Verbraucherinnen und Verbraucher die hiesigen Landwirte direkt unterstützen. Auf die abschließende Frage, was ihr am meisten Freude bereitet und was ihr am meisten Sorgen macht, erklärte Elfriede Brems, dass sie durch und durch Bäuerin ist – mit Leib und Seele, aber dass sie sich durchaus Sorgen macht. Ihre vier Kinder stünden alle hinter der Landwirtschaft, aber Klimawandel, Trockenheit und auch die weltpolitische Lage bereiten ihr Sorgen.

Das Fazit – Begehrter Seminarhöhepunkt

Personen stehen am Ende eines KuhstallsZoombild vorhanden

Gelungene Exkursion

Seminarleiterin Barbara Klupp-Dandl kam das vierte Jahr in Folge mit ihrem Kurs auf den Hof. Die Lehrerfortbildung hat sich etabliert: „Bei der Auswertung am Jahresende war die Exkursion das Semesterhighlight“, betonte sie. „Die Studenten werden sicher noch lange an diesen Besuch denken und sicherlich mit ihren zukünftigen Schulklassen am Lernprogramm Erlebnis Bauernhof teilnehmen.“
Personen steht vor Personen und spricht

Fakten über Milch

Person hält Gefäß in der Hand

Ausdauer gefragt

Person hält Gefäß in der Hand

Butterschütteln

Person greift nach Glas

Butter probieren

Das Programm – Alltagskompetenzen fördern

Personen steht vor Personen und sprichtZoombild vorhanden

Ansprechpartnerin

Das Programm Erlebnis Bauernhof bietet das Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus an. Ziel ist es, jedem Kind im Laufe seines Schullebens einen Besuch auf einem Bauernhof zu ermöglichen und Landwirtschaft mit allen Sinnen zu erfahren. Das Programm ist kostenfrei für alle Schularten zu buchen (Grundschule 2. bis 4. Klasse, Förderschulen, alle Sekundarstufen der weiterführenden Schulen, Deutschklassen).

Weitere Informationen zum Programm Erlebnis Bauernhof